1976: Konzert im Rathaussaal, Bückeburg  -  - Foto: Archiv Rust

Denis Halikiopoulos

Denis Halikiopoulos wurde am 15. Juli 1930 in Patras, Griechenland geboren. Seine hohe Musikalität wurde früh erkannt, sodass er schon in sehr jungen Jahren Klavierunterricht erhielt. Mit 16 Jahren legte er an der Musikschule seiner Heimatstadt ein erstes Klavierexamen ab, Studienjahre in Athen folgten.

An der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien (heute Universität) setzte Halikiopoulos 1955 sein Dirigierstudium bei dem renommierten Dirigierlehrer Hans Swarowsky fort, zu seinen Kommilitonen zählten Zubin Mehta und Claudio Abbado. 1957 legte er in Wien die damals so genannte „Reifeprüfung der Kapellmeisterschule“ ab. Ein erweiteres Klavierstudium absolvierte er in den Jahren 1955 bis 1959 bei der Pianistin und Korrepetitorin Stella Wang, begleitend studierte er auch Satzlehre und Schlaginstrumente.

An der Hochschule der Künste in West-Berlin wurde Denis Halikiopoulos anschließend als Operndirigent examiniert.

Es folgte eine Festanstellung als Kapellmeister am Theater Detmold. Die ausgedehnten Gastspieltätigkeit des Theaters führte Halikiopoulos ab 1964 häufig in den Bückeburger Rathaussaal. Dort dirigierte er u.a. Mozarts „Entführung aus dem Serail“, Rossinis „Barbier von Sevilla“, vielfach auch Operetten wie Strauß’ „Fledermaus“, Kálmáns „Gräfin Mariza“ und Lehárs „Land des Lächelns“. Die Kritiken für den jungen Musiker waren ausgezeichnet.

Als erster Kapellmeister wechselte Halikiopoulos an die Städtischen Bühnen Osnabrück. Dort dirigierte er u.a. das Musical „Show-Boat“. Dazu führten ihn verschiedene Gastdirigate immer wieder in seine griechische Heimat.

„Das Land des Lächelns“
Innenseiten des Programmheftes vom Opernhaus Detmold

Mittlerweile als Lehrer an der Musikschule Herford angestellt, sprang er im Frühjahr 1975 kurzfristig als Pianist für mehrere Konzerte der Schaumburger Märchensängern ein und übernahm im selben Jahr für die erkrankte Edith Möller vertretungsweise auch die Konzertleitung. Als Edith Möller am 10. Juli 1975 starb, wechselte Denis Halikiopoulos von Herford nach Bückeburg, übernahm ab Herbst 1975 die Chorleitung und wurde zum Leiter der im gleichen Jahr neu gegründeten „Musikschule Schaumburger Märchensänger e.V.“ berufen.

Für 1976 stand die 14. vertraglich mit Columbia Artists Management vereinbarte USA-Konzerttournee der Schaumburger Märchensänger an. Drei Monate mit rund 60 Konzerten quer durch die Vereinigen Staaten von Amerika zu touren – eine anspruchsvolle Aufgabe für Denis Halikiopoulos. Dagegen mutete die kurze Frankreichreise im Frühjahr zuvor als einfach zu bewältigen an. Die Kritiken der 14. professionellen Konzerttournee des „Obernkirchen Children´s Choir“ waren sehr gut und die Tour war erfolgreich – dennoch beendete die Agentur anfangs 1977 den Vertrag mit dem Chor.

1978: Nachwuchsarbeit im Probenraum - Foto: Archiv Rust

1980 kündigte Denis Halikiopoulos seine Tätigkeit bei den Schaumburger Märchensängern und übernahm für ein Jahr die Leitung des neu gegründeten Schaumburger Jugendchores in Bückeburg. 1981 wechselte er als Fachbereichsleiter Klavier an die Musikschule nach Bad Salzuflen.

Denis Halikiopoulos starb am 22. Mai 2017 im Alter von 86 Jahren.

Autorin: Susanne Rust