Die Geschichte des Chores Schaumburger Märchensänger

Die Schaumburger Märchensänger wurden im Herbst 1948 von Edith Möller und Erna Pielsticker in Obernkirchen gegründet.

Aus kleinsten musikalischen Anfängen heraus führten beide Damen den Chor mit großem Idealismus und uneigennützigem Engagement zu hohem, weltweit beachtetem musikalischen Niveau.

Das „Wunder von Obernkirchen“ fand 1950 statt, als der bis dahin völlig unbekannte und bedeutungslose Chor als eine der ersten deutschen Jugendgruppen nach dem Krieg überhaupt von der englischen Militärregierung nach England geschickt wurde.

Er gabe rund um Ipswich sowie in London und Cambridge sehr erfolgreiche Konzerte.

Bei einem zweiten Besuch 1953 in Ipswich und einer kleinen Konzerttour durch

Südengland beteiligten sich die Schaumburger Märchensänger beim 4. International Eisteddfod Musicfestival in Llangollen/Wales und gewannen einen 1. Preis.

Dass dort zufällig auf einer Wiese das deutsch gesungene „Der fröhliche Wanderer“ von der BBC life mitgeschnittene wurde, war reiner Zufall.

Dass Lied „Mein Vater war ein Wandersmann“, komponiert vom Bruder der Chorleiterin, Friedrich-Wilhelm Möller, wurde über Radio in drei Tagen zum Welthit. Ein Jahr später, als die Schaumburger Märchensänger ihre ersten Schelllackplatten in London produzierten, stieg das Lied für mehrere Wochen auf Platz 2 der englischen Charts.

Von diesem internationalen Erfolg ermutigt, tat die Chorleitung den Schritt in die chorische Professionalität. Der große Durchbruch gelang schon im Frühjahr 1954 mit einer zweiwöchigen Konzertournee durch England und im Herbst mit einer weiteren sechswöchigen durch die USA.

Die Schaumburger Märchensänger reisten von 1954 bis 1976 für 22 Jahre als eines der meist nachgefragten Ensemble durch die ganze Welt. Mit Columbia Artists Management (New York) ging es u.a. 14mal auf mehrmonatige Tourneen durch Nordamerika, außerdem durch Südamerika, Südafrika, Nah- und Fernost und Europa.

Unzählige Audioaufnahmen im In- und Ausland und weltweite Fernsehsendungen, sowie ein deutscher Kinofilm (Berolina Studios, Berlin) sollen nicht unerwähnt bleiben.

Dank der finanziellen Erträge waren die Schaumburer Märchensänger in der Lage, eine große Fürstenvilla in Bückeburg, die heutige Musikschule, zu erwerben und gründeten dort ein Waisenheim. Mit dem allzu frühen Tode der unvergessenen Edith Möller im Jahre 1975 fand eine einzigartige Chorära mit ihrer Professionalität und beispiellosem Erfolg ein Ende.

Edith Möllers genialen Talent ist es zu verdanken, dass der Chor auch nach ihrem Tode einige Blessuren überstand und heute noch einen vorzüglichen Ruf genießt. 1976 wurde auf Initiative von Erna Pielsticker und Helmut Preul (seinerzeit Bürgermeister von Bückeburg) die Musikschule Schaumburger Märchensänger e.V. gegründet, um dem Chor die Existenz zu sichern.

An die „Ära Edith Möller“ anzuknüpfen, war in den folgenden Jahren nicht einfach. Mit solider